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meiner sechs Jahre in Tansania lernte ich die entlegendsten Gebiete
des Landes kennen. Gleich zu Beginn stand mir ein alter Landrover
zur Verfügung, mit dem ich ausgedehnte Fahrten in den Busch unternahm,
der mich jedoch auch zum Automechaniker machte. Man musste auf alles
gefasst sein. Die Liste der Ersatzteile wurde von Fahrt zu Fahrt länger.
So kam es einmal vor, dass ich in der Steppe einen Felsbrocken übersah
und beim Aufprall die vordere Achsaufhängung |
abgeschert
wurde. Mit Hilfe des Flaschenzuges richtete ich die Achse wieder ein
und sicherte sie dann mit viel Draht und Seilen. So konnte ich dann
ganz langsam weiterfahren.
Auf langen Fahrten musste immer viel an Lebensmitteln, Diesel und
Wasser mitgeführt werden. Gekocht wurde am Lagerfeuer. Erst in
der Folge fanden sich dann immer einige gute Flaschen Wein in der
Transportkiste. |
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am Abend der afrikanische Busch erwacht und die Tiere zu hören
sind, dann kann man noch intensiver geniessen und erleben. Die Schreie
der Hyänen, die oft genug während der Nacht schlecht verräumte
Kochtöpfe gestohlen haben, das Schnauben der Hippos auf ihrem
Weg durchs Camp zu den Weideplätzen und vor allem das Brüllen
der Löwen bleiben unvergesslich. Wir wurden von Löwen geweckt,
die unmittelbar vor dem Zelt ihr territoriales Brüllen begannen
und bis in den Morgen fortsetzten. Man hört den Atem der Tiere.
Gerade diese Eindrücke sind es jedoch, die einen Aufenthalt im
Busch, fern von Hotels und Strassen, so einzigartig machen. |
| Die
kühlen Morgenstunden sind die beste Zeit für Pirschfahrten.
Löwen, die während der Nacht Beute gemacht haben sind ebenso
anzutreffen, wie Antilopen und Elefanten auf dem Weg zu den Wasserlöchern.
Gerade auf dem Weg dorthin oder an den Wasserlöchern selbst liegen
die Raubkatzen auf der Lauer. |
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| Wir
sind stundenlang hinter den Löwen hergefahren - wurden dann manchmal
von Felsbrocken gestoppt, siehe oben - um sie bei der Jagd zu beobachten.
Die heisse Mittagszeit verbringt man im Camp, ruht, liest oder repariert
die Ausrüstung. An manchen Stellen sind wir auch zu Fuss durch
den Busch gegangen. Eine längerer Marsch blieb mir einmal nur
knapp erspart, als ich tief im Ruaha Nationalpark alleine im Schlamm
stecken blieb. Nach stundenlanger Arbeit war das Auto wieder frei
und ich so überanstrengt, daß ich an Ort und Stelle mein
Zelt aufschlug. |
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| Eines
der grössten Abenteuer war sicher die Besteigung und der Erstflug
mit Paragleitern vom Gipfel des Oldonyo Lengai, dem heiligen Berg
der Massai in der Nähe des Natron Sees. Dieser Berg ist der einzige
aktive Soda-Vulkan der Welt und liegt am Rande des Ostafrikanischen
Grabenbruches. Von seinem 2860 m hohen Gipfel, den wir nach 10 Stunden
Anstieg mit unseren Massai-Führern erreichten, gleitet der Blick
weit zum Natron See und in die umliegende Ngorongoro Kraterlandschaft. |
| In
der Nähe des Kraters finden wir einen guten Lagerplatz und schlagen
unser Zelt auf. Unsere Massai-Begleiter verbringen die Nacht in ihre
Umhänge gewickelt. Noch lange hören wir sie singen und sprechen.
Ganz früh am Morgen machen wir uns startklar. Erst jetzt erfahren
die Massai, was wir eigentlich vorhaben und meinen auch gleich, wo
unser Flugzeug wäre, mit dem wir fliegen wollten. |
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| Wegen
der extremen Winde in der Ebene wollen wir so früh als möglich
starten. Um 7 Uhr hebt meine Bekannte mit dem Paragleiter ab. Die
Massai vollführen daraufhin vor Erstaunen einen wahren Tanz.
Nach einem 25 minütigen Flug lande ich sanft in der Ebene in
der Nähe einer Impala-Herde. Die Tiere sehen mich nur aus grossen
Augen an. Drei Jahre später bin ich wieder im selben Gebiet und
unterhalte mich mit ein paar Massai am Lager. Als die Sprache auf
Oldonyo Lengai kommt, erzählen sie mir, dass vor ein paar Jahren
Europäer von dort oben zu den Wolken hinauf geflogen seien. |
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| Nach
vielen Safarikilometern hatte der alte Landrover dann ausgedient -
mein Interesse an Automechanik war auch erloschen - und es kam die
Zeit der modernen Geländefahrzeuge. Ich musste beim abendlichen
Glas Wein nicht mehr überlegen, ob noch etwas am Auto zu überprüft
wäre. |
| Zusammen
mit ein paar Freunden fanden wir bald einen idealen Platz zum Drachenfliegen
und Paragleiten. 350 km nördlich von Ras Kutani in den Usambara
Bergen liegt der Ort Lushoto. Auf einem Bergkamm, 800m über der
Massai Steppe, errichteten wir einige kleine Häuser. |
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| Die
Flüge an der Gebirgskette entlang hatten etwas unwirkliches.
Man flog mit Geiern, Bussarden und einmal sogar in einem riesigen
Schwarm von Ibisen. Die Thermik war teilweise extrem und die Landungen
immer eine Frage der Nerven. Die einheimischen Kinder kamen von weit,
um uns bei den Landungen zu sehen und zu bestaunen. Nach kurzer Zeit
schon hatten sie sich angewöhnt, uns mit Sand die Windrichtung
bei der Landung anzuzeigen. |
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| Die
mit am eindrucksvollste Fahrt unternahm ich in den Katavi Nationalpark
im äussersten Westen Tansanias. Die langwierige und beschwerliche
Fahrt hält Touristen fern. Selbst bei meinem letzten Besuch im
Oktober 2000 waren in dem Jahr noch keine 200 Bersucher im Park gewesen.
Die Ebenen Katavis und der meist ausgetrocknete Katuma-Fluß
bieten für die Tierbeobachtung ideale Bedingungen. Die grossen
Flusspferdherden teilen sich die verbleibenden Tümpel mit 5m
langen Krokodilen. Wir konnten beobachten, wie die Krokodile auf der
Suche nach einem Platz im Wasser über die Hippos krochen. |
| Als
idealer Zwischenstopp auf der langen Fahrt bietet sich der Lake Tanganyika
an. Mit seinem kristallklaren Wasser und seinem Reichtum an tropischen
Fischen ist er nur mit dem Malawisee vergleichbar. Ein Urlaubsparadies
für jedermann, wäre es nicht so entlegen. Aber die lange
Autofahrt dorthin lohnt sich. |
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| Im
September und Oktober sind die Wasserlöcher im Park und der Katuma
River, der nur einen Verbindungskanal zwischen zwei riesigen Ebenen
darstellt, weitgehend ausgetrocknet. So scharen sich die Tiere um
einige wenige Wasserstellen. Unser Lagerplatz ist ideal positioniert
und man kann bequem im Sessel sitzen und das Geschehen von dort aus
beobachten. |
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| Besonders
faszinierend ist das Treiben während der Zeit der Dämmerung.
Elefanten, Büffel, Zebras und Giraffen treten den Weg zu den
verbleibenden Schlammlöchern an. Die sind bereits von Flusspferden
und Krokodilen belegt. Nur die Elefanten schaffen es, sich ohne Mühe
Platz zu machen, für alle anderen wird es eng. Viele der Büffel
bleiben im Schlamm stecken und werden innerhalb weniger Tage von Geiern
entsorgt. |
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| Eine
Safari dieser Art ist sicher nicht immer bequem oder luxuriös,
dafür aber in der Lage, das Gefühl der afrikanischen Wildnis
zu vermitteln. Die Zielpunkte einer solchen Reise wählen wir
ganz individuell, immer auf Abwechslung bedacht und entspannend für
Geist und Seele. |
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| Ein
Wasserloch in Katavi mit 1200 Hippos im Oktober 2000 ! |