Grumeti, der Krokodil-Fluss

Der Grumeti Fluss sollte im Juni/Juli ein richtiger kleiner Fluss sein. Die Regenfälle in der Hauptregenzeit waren aber dieses Jahr unergiebig, und so stellt sich der Fluss bald als eine Serie von nicht immer gut riechenden Tümpeln dar. In den täglich kleiner werdenden Tümpeln in der Nähe unseres Lagers spielen sich Verdrängungskämpfe unter den Krokodilen ab. Innerhalb weniger Tage zähle ich in einem Tümpel statt der ursprünglichen 26 Krokodile nur mehr zwei. Die beiden sind richtig gross und reizbar. Auf meinen Spaziergängen bin ich sehr vorsichtig. Nicht zu nah ans Ufer, nicht zu nah an die Büsche.

Grumetistimmung Fishers Lovebirds 5 Meter Krokodile
Unser Grumeti-Camp liegt etwas erhöht über dem Ufer, ist so direkt vor den Krokodilen einigermassen geschützt und wir haben bei unseren Sundowner-Drinks alles im Blick. Einer der schönsten Lagerplätze den ich kenne.
Aufwaermen am Morgen Grumeti-Lager Marabu im Anflug
Puffotter Marabus Loewennachwuchs
In der weiteren Umgebung spielt sich in der Zwischenzeit das Drama der Gnu-Wanderung weiter ab. Die ortsansässigen Löwenrudel kommen auf ihre Kosten. Einsame, einzelne Hyänen, die sehr weit von ihren Heimgebieten sind, durchstreifen vorsichtig das Gelände, um nicht in Berührung mit den "Einheimischen" zu kommen. Geier, die Anflugwege von mehreren Stunden aus der Olkarien Schlucht weit im Osten der Serengeti in Kauf nehmen und Raritäten wie eine tödlich giftige Puffotter oder ein seltener Caracal mit seinen langen, spitzen Ohren sind Besonderheiten.
seltener Caracal Herr der Steppe gemischte Herde
Serengeti Ebenen Rast zu Mittag Fressorgie
Eine Safari im Busch besteht auch aus Tagen des "Alltages". Da sieht man zwar meist Löwen und anderes Getier, aber die innere Stimmung will das gar nicht sehen. Dann ist es besser man bleibt im Lager, liest ein Buch und rächt sich an der Soldatenameise, die gerade im Hosenbein heraufgekrabbelt kommt und fürchterlich beisst, bevor man sich die Hose herunter reissen kann. Die Beobachtung der Krokodile geht über Tage und erfordert Geduld und Sitzfleisch. Lange Zeit passiert einfach nichts und dann nach einigen Tagen des Wartens die Szene, die für unbequemes Sitzen im Gebüsch entschädigt. Wenn man Glück hat, sonst kommt die Szene mitten in der Nacht. Wir haben wichtige Momente mitbekommen, wir haben aber auch welche verpasst. Safari in der afrikanischen Natur ist eben eine unberechenbare Sache.